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Unsere Kindergärten und Schulen in der Verbandsgemeinde Saarburg / Kell
Einen Gast aufnehmen wie bei einem klassischen Schüleraustausch und sich zudem in Projektarbeit intensiv mit den deutsch-französischen Beziehungen auseinandersetzen: Das ist Inhalt der Lernbegegnungen im Abibac-Zweig des Gymnasiums Saarburg.
Eine Woche lang empfingen die Schülerinnen und Schüler des Abibac-Leistungskurses Französisch ihre Gäste vom Lycée Monge in Charleville-Mézières und arbeiteten gemeinsam zum Thema „Vom Krieg zum Frieden“.
Im Mittelpunkt stand der Besuch zentraler Gedenkorte in und um Verdun. Die Vorbereitung im Unterricht ermöglichte den Jugendlichen, die Dimensionen von Leid, Tod und Zerstörung einzuordnen. Im zweiten Teil der Projektarbeit wandten sich die Jugendlichen dann der Frage der Friedenssicherung zu.
Die Begegnung zeigte, wie solide Facharbeit und persönliche Begegnung einander stärken und unterstreicht den Anspruch des Gymnasiums Saarburg, junge Menschen zu verantwortungsbewusstem, europäisch ausgerichtetem Handeln zu befähigen.
Um „Frieden“ wird es auch beim Rückbesuch in Charleville-Mézières im März gehen, wo im benachbarten Reims die Spuren Adenauers und De Gaulles aufgenommen werden sollen.
Über 400 Schülerinnen und Schüler der Realschule plus Saarburg und des Lycée Rosa Parks haben sich in den letzten zehn Jahren kennengelernt, gemeinsam gearbeitet und Freundschaften geschlossen. In ihrer Rede, anlässlich der gemeinsamen Feierstunde in Thionville, hob die Schulleiterin des Lycée Laurence Perquin Claren die Bedeutung solcher schulischen Kooperationen für den Zusammenhalt in Europa, vor allem angesichts zahlreicher globaler Spannungen hervor. Auch der Konrektor der Realschule plus Saarburg Ingo Sehr appellierte an die anwesenden Jugendlichen, sich für ein friedliches demokratische Miteinander und Werte wie die Freizügigkeit in Europa einzusetzen. Sehr sprach darüber, dass er für die Anreise nach Thionville zwei Grenzen überquert habe. Dies sei für uns heute völlig normal. In seiner Kindheit hingegen, sei man immer etwas ängstlich gewesen, wenn man an den Grenzen kontrolliert wurde. Er forderte die jungen Leute dazu auf, sich nicht durch falsche Nationalismen entzweien zu lassen.
Die rund 50 Jugendlichen, die in diesem Jahr am Austausch teilnahmen, hatten in den Tagen vor der Feierstunde unter dem Motto „Gemeinsam feiern - Fêter ensemble“ zahlreiche Aktivitäten durchgeführt. Im Anschluss an die Reden präsentierten sie einen eigenen Song bezüglich der deutsch-französischen Freundschaft und der Zusammenarbeit ihrer Schulen in Saarburg und Thionville. Dankesworte gingen an die aktuellen betreuenden Lehrkräfte beider Schulen, Frau Emilie Souchet, Frau Hannah Ottmüller sowie Frau Stephanie Sands, Herr Dominik Lutz, Frau Nadine Mallmann und an zwei ehemalige Kolleginnen, die den Austausch mit ins Leben gerufen hatten, Frau Eliane Liot und Frau Amelie Renard und die extra zu Feierstunde angereist waren.
Die Feierlichkeiten zum 10-jährigen Jubiläum sollen am 09. Mai 2026 beim Schulfest der Realschule plus Saarburg fortgesetzt werden, wenn der Gegenbesuch aus Frankreich ansteht.
Foto: Realschule plus Saarburg
2011: Saarburg hat eine Europaschule
Die Realschule plus Saarburg wurde im März durch Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig zur "Europaschule des Landes Rheinland-Pfalz" ernannt.
Foto: Stefen Sämmer
Jetzt ist es offiziell, das Zertifikat ist überreicht: Die Saarburger Realschule plus ist Europaschule.
Im Bild (von links):
Die Europa-Staatssekretärin Heike Raab, Schulleiter Klaus Paulus, Schülersprecherin Nora Parusel, didaktische Koordinatorin Stephanie Sands und Bildungsministerin Stefanie Hubig.
Für die Zertifizierung müssen vier Schwerpunkte umgesetzt sein: ein europäisches und interkulturelles Profil, internationale Begegnungen und Europa-Projekte, ein erweitertes Fremdsprachenangebot und bilinguale Angebote sowie zusätzliche Qualifikationen wie etwa Fortbildungen, die Möglichkeit zur Teilnahme an europäischen Wettbewerben und anderes.
Die Realschule plus Saarburg mit ihren vielseitigen Angeboten und Aktivitäten konnte in diesen vier Bereichen überzeugen und eine hervorragende Bewerbung vorlegen.
Die Bewerbung wurde von der gesamten Schulgemeinschaft inklusive Schüler- und Elternvertretung unterstützt, und somit ist die Freude über die Anerkennung aus Mainz groß. Die Zertifizierung ist eine Bestätigung dafür, dass die Realschule plus in Saarburg auf dem richtigen Weg ist, junge Menschen auf die Zukunft in Europa vorzubereiten. „Aufgeklärte und offene Menschen, die mehrere Sprachen beherrschen, kommen mit anderen in Europa ins Gespräch. Sie setzen die nationale Brille ab, sie engagieren sich motiviert für Europa“, fasste Heike Raab zusammen.
Der Schulleiter der Realschule plus Saarburg, Klaus Paulus, die didaktische Koordinatorin Stephanie Sands und die Schülersprecherin Nora Parusel nahmen das Zertifikat in Mainz entgegen.
