982 -2026

 

44 Jahre DFG Saarburg

 

Die Geschichte der

Deutsch-Französischen Gesellschaft Saarburg

 

 

 

 

Die DFG Saarburg ist eine von über

200 Deutsch-Französischen Gesellschaften in Deutschland.  

           

Sie ist ein als gemeinnützig anerkannter, politisch und konfessionell neutraler, eingetragener Verein.

 

 

Die Geschichte der DFG Saarburg hat ihren Anfang mit einem Brief des damaligen Saarburger Bürgermeister Dr. Hans Houy an seinen Amtsvorgänger Herbert Lorenz vom 20. April 1982. In diesem Brief sprach er von der unerfreulichen und störenden „Begleitmusik“ auf dem Gebiet der deutsch-französischen Beziehungen in der Stadt und wollte mit der Gründung einer Deutsch-Französischen Gesellschaft dem endlich ein Ende setzten.

 In der Anlage fügte er den Text einer Einladung für einen Zusammentritt eines Gründungskomitees bei, der die eigentliche Gründung einer Gesellschaft von deutscher Seite vorbereiten soll.

Er schließt seinen Brief mit den Worten: „Ich würde mich freuen, wenn sie bereits bei der ersten Zusammenkunft teilnehmen würden. Sie wissen, dass ich ihre langjährige Erfahrung sehr schätze und Ihnen für Anregungen und Vorschläge sehr dankbar bin“.    

 

 16 Personen in Saarburg wurde die Einladung zur Bildung eines Gründungskomitees am 03. Mai 1982 um 19:30h im Nebenzimmer des Hauses Seibel in Krutweiler zugesandt, darunter auch an Frau Dr. Zwick, Vorsitzende des Deutsch-Französischen Damenclubs, damit sie die Gelegenheit hat, die Vorstellungen ihres Clubs vorzutragen.

Im Jahre 1973 gründeten die Damen der französischen Offiziere und die Damen der Saarburger Hautevolee einen DFG Saarburg-Club, ein reiner Damenclub mit Präsidentin. Männer wurden nur geduldet.

 

Briefe! 

Im Jahre 1952, also 30 Jahre früher, gab eben der Empfänger des obengenannten Briefes, Herr Herbert Lorenz, damaliger Bürgermeister der Stadt Saarburg, einen Brief einer Saarburger Pfadfindergruppe mit auf dem Weg, die gerade auf ihrer Reise in Sarrebourg Station machen wollten.

Er war adressiert an seinen Amtskollegen Emile Peter.

So war ein Brief der Anstoß für eine nunmehr 70jährige herzliche, bestens funktionierte Partnerschaft zwischen dem lothringischem Sarrebourg und Saarburg, die zweitälteste deutsch-französische Partnerschaft in Deutschland.

 

Mit einem persönlichen Brief, datiert am 25.10.1982, an Bürgermeister a. D. Herbert Lorenz lud Bürgermeister Dr. Hans Houy recht herzlich diesen zur Gründungsversammlung der DFG Saarburg am 09. November 1982 im Hotel „Zur Post“ großer Saal in Saarburg ein.

In diesem Brief wies er auf die deutsch-französischen Beziehungen in der Verbandsgemeinde Saarburg hin, die auf vielfältige Weise gepflegt werden.

Der Kontakt zur französischen Garnison in Beurig wurde während der letzten Jahre sowohl behördlicher Weise als auch vom Deutsch-Französischen Damenclub und dem Stadt- bzw. Verbandsgemeindejugendring gepflegt.

 

Auch hatten sich Partnerschaftsverbindungen zwischen Kompanien der Garnison und Ortsgemeinden gegründet, wie etwa die Gemeinde Irsch und das 3. Eskadron des 6. Dragonerregiments. Eine Eskadron (vom französischen Wort für Schwadron) ist die kleinste taktische Einheit der Kavallerie.

Um diese vielfältigen Verbindungen abzurunden und zu koordinieren war es sinnvoll, eine Deutsch-Französische Gesellschaft in Saarburg zu gründen.

In diesem Brief, der auch die Tagesordnung beinhaltete, war als Anlage auch die in der Gründungsversammlung zu beschließende Satzung der DFG Saarburg beigelegt.

 

In dieser ersten Satzung der Deutsch-Französischen Gesellschaft ist festgehalten, dass diese nach deutschem Recht in das Vereinsregister eingetragen ist und gemeinnützige Zwecke verfolgt. Sitz der Gesellschaft ist Saarburg.

Aufgabe der Gesellschaft ist die deutsch-französischen Beziehungen auf allen Seiten zu vertiefen, um dadurch der Verständigung der beiden Völker zu dienen. Insbesondere sollen die Kontakte zwischen der französischen Garnison und der deutschen Bevölkerung gepflegt sowie die Aktivitäten zwischen deutschen und französischen Partnergemeinden koordiniert und gefördert werden. 

 

Ebenfalls wurde in dieser ersten Satzung die Zusammensetzung des Vorstandes im §8 wie folgt festgehalten:            

Der Vorstand besteht aus dem ersten Vorsitzenden, der die Bezeichnung „Präsident“ führt. Er ist Deutscher.

Zweitens dem stellvertretenden Vorsitzenden mit der Bezeichnung „Vizepräsident“. Er ist Franzose.

Drittens dem Schriftführer und seinem Stellvertreter. Beide sind Geschäftsführer der Gesellschaft. Je ein Geschäftsführer wird von deutscher und französischer Seite gestellt.

Viertens gehören der jeweilige Bürgermeister der Verbandsgemeinde und Stadt Saarburg sowie der Kommandant der französischen Garnison in Saarburg dem Vorstand als geborene Mitglieder an. Falls der französische Kommandant die Funktion des Vizepräsidenten übernehmen sollte, rückt ein von ihm zu bestimmender Garnisonsangehöriger als Vorstandsmitglied nach.

Fünftens gehören dem Vorstand weitere 8 Mitglieder an, von denen 5 von deutscher und 3 von französischer Seite gestellt werden, darunter je ein Vertreter der deutschen und französischen Jugend. Der Schatzmeister und sein Stellvertreter werden aus diesen Vorstandsmitgliedern vom Vorstand gewählt.

 

Zur Gründungsversammlung der Deutsch-Französischen Gesellschaft Saarburg hatte Dr. Houy mit einem Schreiben vom 25.10.1982 viele Bürger der Verbandsgemeinde Saarburg eingeladen. Im Saarburger Kreisblatt und im Trierischen Volksfreund wurde darauf hingewiesen.

Viele interessierte Bürger folgten dieser Einladung. 91 Versammlungsteilnehmer erklärten ihre Mitgliedschaft und waren dadurch wahlberechtigt.

Herr Bürgermeister a.D. Herbert Lorenz wurde zum Sitzungspräsidenten gewählt.

Die Satzung der DFG, welche auch in französischer Sprache vorlag, wurde von der Versammlung mit den von Herrn Lorenz vorher vorgetragenen und einstimmig genehmigten Änderungen angenommen.

 

Zur Durchführung der Vorstandswahl war eine Bildung eines Wahlausschusses erforderlich. Einstimmig per Akklamation wurde in diesem Ausschuss Rechtsanwalt Albert Mayer, Amtmann Schaaf und Stadtratsmitglied Norbert Jungblut gewählt.

 

Zum ersten Vorsitzenden (Präsident) der DFG Saarburg wurde Herr Winfried Saenger gewählt.

Vizepräsident wurde Lieutenant-Colonel de La Roque.

Zur Schriftführerin wurde Frau Anne Meyer und zum stellvertretenden Schriftführer Monsieur Vauterin gewählt.

Als geborene Mitglieder gehörten Bürgermeister Dr. Hans Houy (Verbandsgemeinde und Stadt Saarburg) und Lieutenant-Colonel Winckel (französische Garnison) dem Vorstand an.

Als Vertreter der Jugend wurde Herr Norbert Jungblut gewählt.

In den Vorstand wurden abschließend Herr Holbach, Herr Lorenz, Frau Zwick und Herr Ahrens gewählt sowie Monsieur Doisneau, Madame Winckel und Madame de La Roque.

 

Laut dem Protokoll der ersten Vorstandssitzung der DFG Saarburg, die am 08. Dezember 1982 im „Hotel zur Post“ in Saarburg stattfand, wurden die Zuständigkeiten festgelegt. Zum ersten Schatzmeister des DFG wurde Herr Holbach von deutscher Seite und Monsieur Doisneau seitens der Garnison berufen. Ferner wurden die Zuständigkeiten für die generelle Koordination, der Öffentlichkeitsarbeit, der Kontaktpflege zwischen der Garnison und den Ortsgemeinden und der deutschen Bevölkerung, der Jugendarbeit, der Sportkontakte und der Kontakte zu den Partnerschaftsstädten festgelegt. 

 

Bei der Bestandsaufnahme aller deutsch-französischen Kontakte im Saarburger Raum wurden die Partnerschaften der Stadt Saarburg mit Soulac und Sarrebourg erwähnt, sowie die Kontakte der Polizei und der Feuerwehr mit der Garnison und den Partnerstädten.

Ebenso findet mit den Partnerstädten ein reger Jugendaustausch bzw. Schüleraustausch statt. Es gibt neben vielen privaten Kontakten Kontakte im Sportbereich wie Tennis, Fußball, Schwimmen, Reiten und gemeinsames Wandern. Auch fand eine Weinlese mit 100 Franzosen statt. 

Erwähnenswert dazu war auch der gute Kontakt des DRK Saarburg zur Garnison. Im Jahre1968/69 fand in der Kaserne von Saarburg ein DRK-Blutspendetermin statt. Viele französische Soldaten nahmen an dieser Aktion teil. Für die freiwilligen Helfer der DRK Saarburg war dieser Tag ein Höhepunkt ihrer ehrenamtlichen Arbeit.

Diese Veranstaltung war und ist ein Zeugnis von der Verbundenheit der französischen Garnison und der Stadt Saarburg über all die Jahre hinweg.

 

Schon im Juli 1945 zog ein französisches Kommando in die Beuriger Kaserne ein. Der Bau der Beuriger Kaserne geht auf eine Reaktion von Adolf Hitler auf die Ratifizierung des französisch-russischen Beistandsvertrages vom 27. Februar 1936 zurück. Die Reaktion des NS-Staats darauf war die Besetzung des Rheinlandes. Die daraus entstandenen Entwicklungen waren die Ursache dafür, dass Saarburg schließlich eine Garnisonsstadt wurde. 

Anfang der 50er Jahre entstehen die lange Zeit das Bild von Beurig prägenden Wohnblocks für die Angehörigen der Soldaten.  Es entstand mit der Zeit eine sehr enge deutsch-französische Freundschaft mit der Bevölkerung.                                                                                                                    So bedankten sich bereits am 9. August 1959 mit Zuneigung und Dankbarkeit die Einheiten der 7. Panzerkampfgruppe, welche damals seit dem 1. Dezember 1951 in der Beuriger Kaserne stationiert waren, mit einer Gedenktafel bei den Einwohnern der Stadt Saarburg für deren beispielhaften Geist des Verständnisses, die sie für die deutsch-französischen Beziehungen gezeigt haben. Diese Dankbarkeit wurde nochmals auf einer weiteren Gedenktafel, welche im Kammerforst in der Nähe der heutigen Solaranlage angebracht war, kundgetan. Leider scheint diese Tafel mittlerweile verschollen zu sein.

 

Von 1968 bis 2010 war das 16. Jägerregiment und von 1978 bis zur ihrer Auflösung im Jahre 1992 das 6. Dragonerregiment der französischen Armee mit weit über 2000 Soldaten und deren Familien in Beurig stationiert. Die französischen Mitglieder der Garnison gehörten zu Saarburg.

Regelmäßig feierte das 16. Jägerregiment ihr großes Fest „Sidi Brahim“ mit einer Parade in der Stadt oder in der Kaserne gemeinsam mit den Saarburger Bürgern. Die Schlacht von „Sidi Brahim" am 23. September 1845 ging in die frz. Militärgeschichte ein, besonders in die Historie der "Jäger".                              Auch für unser 16. Jägerregiment ist und war dieses Ereignis ein Besonderes. So erinnerten die frz. Soldaten in Saarburg mit einer traditionellen Herbstparade in der Kaserne, bzw. in der Stadt an diese Schlacht in Algerien. Sie gedenken der 80 "Chasseurs", nicht wegen ihrer Niederlage, nein, wegen ihrem Mutes.

Den großen Stellenwert für das 16. Jägerregiment war überall in der Kaserne zu spüren und zu sehen, so z. B. auf einem großen Wandgemälde im Speisesaal des Offizierskasino.                                                  

Im Gedenken an "Sidi Brahim" wurde im Zentrum in der Nähe des "Küchenhauses" mit der großen Uhr eine kleine Moschee gebaut, die nachts angestrahlt wurde, ein Denkmal. In einem Gebüsch direkt neben dem breiten neu angelegtem Grünstreifen fristete sie nach dem Abzug des Regimentes im Jahre 2010 ihrem Schicksal entgegen.

 

     Der Wanderclub „Bataillon d´Alcier“ des 16. Jägerregimentes von Saarburg veranstaltete alljährlich eine IVV-Wanderung im Kammerforst, ein weiterer und wichtiger Baustein für die sehr guten gemeinsamen deutsch-französischen Beziehungen in unserer Region. Start und Ziel war die Kaserne. Im Jahre 2009, ein Jahr bevor die französischen Soldaten endgültig Saarburg verließen und das 16. Jägerbataillon nach Bitsch verlegt wurde, organisierte der Wanderclub die letzte IVV-Wanderung in Saarburg. Als stärkste Teilnehmergruppe bekamen die Wanderer der Deutsch-Französischen Gesellschaft diesen schönen Pokal überreicht, der durch den Abzug der französischen Soldaten eine historische Bedeutung erlangte. Das 16. Jägerbataillon übernahm diese traditionelle Veranstaltung vom Wanderclub „La Reine Dragons“ (den Dragonern der Königin“) des 6. Dragonerregimentes, der dieses alljährliche Highlight 1982 ins Leben gerufen hatte. 

 Das 6. Dragonerregiment wurde am 14. September 1673 per königlichem Dekret durch den Chevalier d'Hocquincourt in der französischen Festung Philippsburg errichtet, das zunächst den Namen „Règiment de drangons d’Hocquincourt“ führte. Zwei Jahre später wurde es zum Leibregiment der Königin Marie-Thérèse bestimmt und in« Régiment dragons de la Reine » umbenannt. Im Jahre 1978 kam das Regiment nach Saarburg, wo es bis zur Auflösung aufgrund der deutschen Wiedervereinigung und des damit verbundenen Truppenabbaus in Europa verblieb.

Präsident Walter Schneider, der die Präsidentschaft der DFG Saarburg im Jahre 1984 von seinem Vorgänger Herrn Saenger übernahm, bedauerte den Abzug auch im Namen der DFG Saarburg sehr.

So müsse man ein generelles “auf Wiedersehen" sagen zu Freunden, die in ihre Heimat zurückgehen.

 

Herr Walter Schneider wurde in der Mitgliederversammlung mit Vorstandswahlen, die am 09.November 1984 im „Hotel zur Post“ in Saarburg stattfand, als Nachfolger von Winfried Sänger zum neuen Präsidenten der DFG Saarburg einstimmig gewählt. Ebenso wurde Colonel Clerc zum Vize-Präsidenten gewählt. Neben Herrn Bürgermeister Dr. Hans Houy gehörte Colonel Cailloux als geborenes Mitglied laut Satzung dem Vorstand an. In seiner Dankesrede für die Wahl zum Präsidenten der Deutsch-Französischen Gesellschaft Saarburg und für das ihm ausgesprochene Vertrauen spricht er das Friedensstreben und die Friedenserhaltung als Anliegen an, die kaum jemals aktueller waren als „heute“. Übrigens, ein Anliegen, dass auch heute, 2022, genauso seine Wichtigkeit hat wie im Jahre 1984; genauso wie auch der folgende Satz der Dankensrede von Präsident Schneider: „Die deutsch-Französische Gesellschaft kann durch ihren verbindenden, erkennenden und erhaltenden Charakter diesem Friedensauftrag gerecht werden.“ Herr Schneider möchte das Mittel der ungezwungenen und heiteren Begegnung als Zielsetzung der Gesellschaft erreichbar machen und die Gesellschaft mit neuem Eigenleben ausfüllen. Fröhliche Geselligkeit und Freundschaft müssen das Miteinander prägen, ohne dass jedoch die Ernsthaftigkeit der Verantwortung vernachlässigt werden darf.

 

In diesem Sinne füllte Herr Schneider sein Ehrenamt als Präsident, das er im November 1992 an seinen Nachfolger Herrn Jörg Volk übergab, erfolgreich aus.  Es war, bedingt durch die neue politische Situation in Europa, an ihm am Ende seiner Präsidentschaft sich um den Erhalt der französischen Garnison und der französischen Bevölkerung in Saarburg einzusetzen. Dies tat er im Einverständnis mit der politischen Führung der Stadt Saarburg jeweils mit einem Brief, datiert am 11 Dezember 1991, an Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl einerseits und in einwandfreien französischen Sprachstil der französischen Hochsprache an den französischen Staatspräsidenten Francois Mitterrand anderseits. In diesem Brief präsentiert er Saarburg als eine direkt im 3-Ländereck, Frankreich, Deutschland, Luxemburg befindliche, unmittelbar an den „noch- und/oder ehemaligen Fürst- und Bischofresidenzen Metz, Nancy, Luxemburg, Mainz und Köln gelegene mittelalterlich geprägte Stadt. Er erwähnt die fast erste deutsch-französische Städtepartnerschaft und betont das gewachsene freundschaftliche Miteinander zwischen der französischen und deutschen Bevölkerung im Saarburger Land. Am Ende des Briefes äußert er die Bitte, sich um den Erhalt der französischen Garnison intensiv einzusetzen. In der Antwort des Generalstabbüros des französischen Präsidenten vom 08. Januar 1992 und vom Bundeskanzleramt, datiert vom 28. Januar 1992, geht im Wesentlichen hervor, dass durch die tiefgreifenden Entwicklungen der internationalen Situation in den letzten Monaten davor eine wichtige Neuorientierung der internationalen Verteidigungspolitik ansteht. Frankreich beabsichtigt daher einen allmählichen Truppenabzug aus Deutschland. Trotzdem ist eine Erweiterung der bisherigen gemeinsamen Brigade und eine Bildung eines deutsch-französischen Großverbandes in militärischer Zusammenarbeit geplant.       Heute wissen wir, dass Saarburg in diesen Überlegungen keine Rolle gespielt hatte. Trotzdem hatten die Aktivitäten seitens des Vorstandes der DFG Saarburg, von Dr. Houy, Frau Dr. Nikolay, den Parteien und dem Stadtrat von Saarburg einen großen Erfolg, auch durch weitere Briefe wie von Herrn Volk an Präsident Chirac und Bundeskanzler Kohl in den folgenden Jahren.  denn Saarburg blieb bis ins nächste Jahrtausend, 2010, die einzige echte französische Garnisonstadt auf deutschem Boden. Dies war auch dem Einsatz von dem damaligen Bürgermeister der Verbandsgemeinde Saarburg, Günther Schartz, zu verdanken als 1996 die Garnison Saarburg von der Auflösung bedroht war. MdL Dieter Schmitt und Franz- Peter Basten, damals MdB, sprachen damals in dieser Sache im Pariser Verteidigungsministerium vor.

 

Mit der Mitgliederversammlung der DFG Saarburg am 10. November 1992 begann die über 26 Jahre dauernde Präsidentschaft von Herrn Jörg Volk. Als deutsche Geschäftsführerin wurde Frau Marie F. Goimard-Boos gewählt, welche 27 Jahre später, 2019, als erste Frau seit den Clubzeiten zur Präsidentin der DFG Saarburg gewählt wird, eine Französin.  

 

Auf dieser Mitgliederversammlung wurde die gute Zusammenarbeit mit der DFG Trier angesprochen, dies auszubauen war ein Herzenswunsch des an diesem Abend frisch gewählten neuen Präsidenten Jörg Volk. Es entstand im Laufe der Zeit eine sehr herzliche Freundschaft zwischen den beiden Gesellschaften, die sich bald untereinander als Schwestergesellschaften bezeichneten. Das war auch ein Verdienst von den Präsidenten der DFG Trier Hans-Jürgen Cornelius und seinem Nachfolger Joachim Schütze. 

 So gab Herr Volk als Präsident der DFG Saarburg seiner Freude Ausdruck, Gast bei einer Mitgliederversammlung der DFG Trier zu sein und lud deren Präsidenten Joachim Schütze – dieser wurde gerade in seinem Amt wiedergewählt – recht herzlich nach Saarburg ein. Weiter seine Worte: „Und das ist gut so: unsere Freundschaft lebt! Sie lebt auch in Gestalt Ihrer Generalsekretärin, Frau Karin Braun! Auch Ihnen herzlichen Glückwunsch zur Wiederwahl! Sie war schon bei uns - wie auch letztens bei unserer MV - und tritt somit vielversprechend in die Spuren der Waltraud Nehmzow, die ein echtes Bindeglied war zwischen unseren Gesellschaften. Wir werden sie nie vergessen.  Ich bin mir sicher, Frau Braun: Sie sind eine würdige Nachfolgerin! Sie sind uns - wie Sie alle - jederzeit herzlich willkommen. Ja, ich würde mich sehr freuen, wenn Sie, liebe Freunde, mehr an unseren Veranstaltungen teilnehmen würden – zu den gleichen Bedingungen wie wir. Da ist durchaus noch Luft nach oben! Denn auch wir haben einiges zu bieten; Kulturelles wie hauptsächlich Tagesbesichtigungen von Museen oder historischen Bauwerken und Geselliges wie „Galette des Rois“ oder Sommergrillfest. Das ist schon Legende und der ideale Grund, uns zu besuchen. Sie können alle unsere Events nachlesen auf unserer Homepage, die wieder regelmäßig aktualisiert wird. Die Google-Eingabe „DFG Saarburg“ genügt. Sie sind immer herzlich eingeladen – auf nach Saarburg: es lohnt sich! Wir sind Trierer – Sie sind Saarburger: Es lebe unsere Freundschaft! Es lebe die deutsch-französische Freundschaft!

Präsident Jörg Volk führte fast 27 Jahre mit Herz und Engagement seine DFG Saarburg in das neue Jahrhundert. Für seinen unermüdlichen Einsatz für die deutsch-französische Freundschaft in unserer Region wurde er zum ersten Ehrenpräsidenten der DFG Saarburg ernannt. Neben vielen weiteren Ehrungen bekam er einen Ehrenplatz im goldenen Buch der Stadt Saarburg, wo er sich mit seinem Namen und einer Widmung eintragen durfte. 

 

 In seiner langen Regentschaft fielen neben den vielen jährlichen Highlights nicht nur die Feierlichkeiten des 20. (auf dem Schiff Marie Astrid) und des 30. Gründungsjubiläums (Stadthalle Saarburg), sondern leider auch der endgültige Abschied unserer französischen Freunde im Mai 2010. Bei herrlichem Sonnenschein verabschiedeten sich am Morgen die Schüler der französischen Schule von den deutschen Schul- und Kindergartenkindern. Am Nachmittag waren auf dem Cityparkplatz die Saarburger Bürger eingeladen zum endgültigen Abschied unserer französischen Mitbürger. Das stählerne Bataillon hat strammgestanden. Viel Prominenz hatte sich eingefunden. Wir Saarburger sagten Dank für 42 Jahre französische Kultur in unserer Stadt. Die Augen beim Trommelwirbel gen Himmel gerichtet, wurden zum Schluss der Veranstaltung fünf Fallschirmspringer gesichtet. Sie brachten beide Nationalflaggen herunter, die Saarburger Stadtfahne, die Europafahne und dann als letzte Flagge die Fahne der Deutsch-Französischen Gesellschaft Saarburg. Es war ein bunter, schöner, doch auch ein tränenreicher Abschied. Lebewohl, „chers amis“. Saarburg wird nun anders sein, denn lange wart ihr hier daheim.

 

Jörg Volk führte die DFG Saarburg nach dem Abzug des 16. Jägerregimentes noch weitere 9 Jahre und stellte mit vielen engagierten Mitgliedern die Weichen für die Zukunft der Gesellschaft im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft.

 

Am 24. Dezember 2020 starb Jörg Volk nach schwerer Krankheit. 33 Jahre war er für die Deutsch-Französische Gesellschaft Saarburg durch seinen unermüdlichen Einsatz Vorbild für alle, 27 Jahre als Präsident, zuletzt als Ehrenpräsident. Er war nicht nur aktives Mitglied, sondern auch ein lieber Freund und Gönner. Mit seinem hohem Engagement gab er der DFG ein prägendes Profil. Seine Worte an der 20 Jahr- Feier der DFG Saarburg auf dem Schiff „Marie – Astrid“: „Es macht Spaß und macht Befriedigung, Präsident der DFG zu sein, in einer Region, in der deutsch- französische Freundschaft wirklich gelebt wird. Die DFG ist gleichzeitig Frucht und Samen, Ursache und Wirkung dieser Freundschaft. Sie schwebt nicht funktionslos in einem luftleeren Raum, sondern ist ein Teil eines massiven, funktionierenden Ganzen. Und manchmal das nötige Tröpfchen ÖL.

 

 Anläßlich der Mitgliederversammlung 2019 wird Frau Marie Boos zur Präsidentin der DFG Saarburg gewählt.

 „Merci pour tous, Danke für Alles", so die Abschiedsworte an Jörg Volk von deren Nachfolgerin Präsidentin Frau Marie Goimard-Boos, und weiter: “Lieber Jörg, die DFG Saarburg wird, dank deines Willens, weiterleben und ein Fels der deutsch- französische Freundschaft sein, gerade hier im Dreiländereck, nicht weit von Schengen. Verlass dich auf mich und den vielen engagierten Mitglieder und Mitgliederinnen deiner Deutsch- Französischen Gesellschaft Saarburg. Du wirst immer in unseren Herzen sein. Marie  

 

Präsidentin Marie Boos hat sich zur Aufgabe gestellt mit ihrem Team die zahlreichen Franzosen in unserer Region miteinander in Kontakt bringen und sie den frankophilen Deutschen öffnen. Die französische und deutsche Kultur ist gerade in der momentanen Zeit so wichtig. Diese zu erleben und zu fördern ist unsere Aufgabe. Durch interkulturelle Begegnungen fördern wir den sozialen, politischen und kulturellen Austausch, verstehen unsere Unterschiede und machen sie so zu einer Stärke. Das hat sich unter anderem die DFG Saarburg auf ihre Fahnen geschrieben.   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

Viele unserer Aktivitäten im letzten und im diesem Jahr stehen und standen unter dem Motto: 

Deutsch-Französische Friedensgeschichte: Historie der Kaserne de Lattre in Saarburg.

 

Wir möchten die Erinnerung an die Zeit der französischen Garnison wachhalten.

 

 

 

 

 Histoire Kaserne de Lattre Saarburg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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